Karnevalissimo III - Ausstellung der AG Leverkusesner Künstler - Karnevalissimo III<br />
Da sinn mer dabei</p>
<p>Eröffnung: Sonntag, 04. Februar 2024, um 12:00 Uhr

Karnevalissimo III

Da sinn mer dabei

Zur Vernissage am Sonntag, 14. Januar 2024, um 11 Uhr sind Sie und Ihre Freunde in der Galerie Künstlerbunker herzlich eingeladen. 

Eröffnung: Sonntag, 04. Februar 2024, um 12:00 Uhr
mit Brigitte Riviera und Band

Begrüßung: Eloba | Ellen Loh Bachmann | AG-Vorstand
Eröffnung: Prinz Mally I. mit Gefolge
Einführung: Klaus Wolf | AG-Vorstand

Zusätzlich zeigen wir die Beiträge der Opladener Grundschulen zum Malwettbewerb „Wie feiert ihr“, ausgelobt vom Komitee Opladener Karneval.
Außerdem verwöhnen wir Sie wie immer mit Getränken und mit von den Künstler*innen eigens gekochten Suppen.

Die Veranstaltung am 04.02.2024 endet um 16 Uhr.

Öffnungszeiten bis einschließlich 14.02.2024: Mi, Fr, Sa, So von 16:00 bis 18:00 Uhr.

Ausstellungsveranstaltung der AG Leverkusener Künstler und Gäste:

Stefan Arend
BiKo Heiderose Birkenstock- Kotalla
Malchas Cickisvilli
Karl-Karol Chrobok
Theresa Dohmen
Friedel Engstenberg
Thomas Ernst
Karsten Fleischer
Peter Kaczmarek
Rita Klein
Ursula Knorr
Norbert Küpper
Eloba Ellen Loh-Bachmann
Jan Willem Matthiesen
Uwe Miserius
Michael Salge
Helga Santel
Dirk Schmitt
Wolfgang Schumacher
Klaus Tenner
Axel Weishaupt
Klaus Wolf

Eine Veranstaltung der AG Leverkusener Künstler
info@AGLeverkusenerKuenstler.de | www.AGLeverkusenerKuenstler.de

Galerie Künstlerbunker

Karlstraße 9 | 51379 Leverkusen-Opladen  www.kuenstlerbunker-lev.de
www.agleverkusenerkuenstler.de

Gefördert durch: 

Logo der AG Leverkusener Künstler    Logo Kulturstadt Leverkusen

Rede zu Karnevalissimo III – Klaus Wolf | 2024

Meine sehr geehrten Damen und Herren
Liebe Künstlerkolleginnen und Kollegen,
Seine Tollität Prinz Mally I

Bevor ich mich dem heutigen Motto: da sinn mer dabei zuwende möchte ich kurz zu ihrer Orientierung noch einmal die Genese des Karnevals repetieren

Ich hatte Ihnen beispielhaft das Bild von Breughel aus dem Jahr 1595 vorgestellt. In deutlicher Aufsicht über den Dingen stehend hat er das Wimmelbild Kampf zwischen Karneval und Fasten geschaffen, die hier trotz des in Realität zeitlichen Nacheinanders in einem Bild vereint werden. Im Kern geht es darum, alles Verderbliche, was in der Fastenzeit verboten ist noch rechtzeitig zu versaufen zu fressen und zu vernaschen bevor es schlecht wird inklusive mehr oder weniger williger Frauen und Männer.

Die Fastenprozession kommt unmittelbar aus der Kirche, angeführt von der klapperdürren Figur des Fastens gefolgt von Kindern mit Osterklappern und der feierlich dunkel gekleideten Gemeinde, die Almosen und Lebensmittel an die Bedürftigen verteilt. Auf einem Wagen sitzend reckt die Fastenfigur einen Brotschieber auf dem 2 magere Fische liegen an meterlangem Stil wie eine Lanze der Fastnachtsfigur entgegen.

Die Fastnachtsfigur pariert fett und aufgedunsen auf einem Weinfass sitzend den Angriff mit einem Bratspieß auf dem ein Schweinskopf und andere Bratenstücke stecken. Das Gefolge, teils irrwitzig gekleidet, saufend fressend und tanzend begleitet von Kupplerin, Glücksspielern und Musikanten quillt als Karnevalszug aus der von Männern und Frauen überfüllten Kneipe, während die Besoffenen aus dem Fenster im ersten Stock kotzen und in die Ecken urinieren.

Das sind doch vertraute Bilder meine Damen und Herren wunderbar, da sinn mer dabei. Um dem Motto des heutigen Tages Genüge zu tun

Da sinn mer dabei, wenn es um den Menschen im Künstler geht, zumal die Künstlerinnen und Künstler in der Regel als ewige Hungerleider das Carne Levare das Fleisch wegnehmen als Lebensregel verinnerlicht haben. Wobei allerdings in der übertragenen Bedeutung der Fleischeslust der Bruch in der regula vitae so gut wie vorbestimmt ist. Dennoch durch Vogelperspektive bleibt der Künstler auf Distanz.

Es stellt sich also die Frage ist der Künstler der Narr oder doch nur der Chronist. Das 1494 erschienene Buch das Narrenschiff von Sebastian Brand betitelt jeden und jede dem Laster verfallenen ob Säufer oder Ehebrecher oder Lügner als Narren oder Narrin. Um 1500 nimmt Hieronymus Bosch das Thema auf und hat dem Motiv des Narrenschiffs als Teil eines Triptychons zweifellos ein Denkmal gesetzt: Da sind sie wieder alle beisammen bei Musik und Gesang, die Säufer, Fresser und Kotzer, Priester, Nonnen und Huren unmissverständlich gekennzeichnet durch den Krug, aufgespießt auf der Stange. Es fehlen die Künstler. Es sei denn, der Künstler sei als Mensch der Völlerei verfallen. Dann könnte er derjenige sein, der den Mast hochklettert um die gebratene Gans herunterzuschneiden.

Verfolgen wir die Etymologie des Narren weiter zurück, findet sich im Psalm 53 folgende Aussage: Der Narr sprach in seinem Herzen : es gibt keinen Gott.
Dixit insipiens in corde suo: Non est deus. Wobei im insipiens der Gegenspieler des Homo sapiens also des weisen gottesfürchtigen Menschen gesehen wird. Hier begründet sich die enge Verwandtschaft oder auch Gleichsetzung von Narr und Teufel.

Die Gleichsetzung von Narr und Teufel ist zugleich verbunden mit der Vorstellung, dass der behinderte Mensch nicht nach dem Ebenbild Gottes geschaffen sein könne und deshalb ebenfalls als Narr dem Teufel anheimfalle. Folglich hängte man ihm die Schelle um, damit die Rechtgläubigen vor dem Teufel gewarnt wurden. Dennoch mit Glück und Witz je verwachsener desto lieber fand er im Raritätenkabinett eines Fürsten ein Auskommen als Hofnarr.

Ein weiterer Hinweis zu Funktion und Status des Narren findet sich im Datum des Sessionsbeginns. Meine Damen und Herren Die 11 ist Narren und Teufelszahl
Eins mehr als die 10 Gebote und eins weniger als die 12 Apostel. Ginge es nach Augustinus wäre damit die Prinzengarde eine wilde Teufelsbande ohne jede Gottesfurcht. Das haben wir natürlich schon immer gewußt.

Der Vollständigkeit halber ist hier nachzutragen. Der 11. Im 11 erinnert auch an die Grablegung des Martin Bischofs von Tour kurz des Heiligen Sankt. Martin am 11. November 397. Unmittelbar danach teils auch 4 Tage später begann die 40 tägige Philippus Fastenzeit vor Weihnachten benannt nach dem Apostel Philippus. Da blieb Zeit für eine erste schnelle Sause zum Verzehr der fastenuntauglichen Vorräte.

Die Philippus Fastenzeit wurde durch mehrere Synoden und Konzilbeschlüsse ritualisiert geriet aber nach und nach in Vergessenheit. Unterschwellig behielt sie jedoch ihre Bedeutung. So bildet der 11. Im 11 zwar den Auftakt, der eigentliche Karnevalsbeginn im Rheinland liegt jedoch nach der Philippus Fastenzeit am Dreikönigstag den 6 Januar

Auch das Karnevalsende ist vom Kirchenjahr definiert. Seit dem 1. Konzil von Nicäa im Jahr 325 wird am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond Ostern gefeiert. Die 40 tägige vorgelagerte Fastenzeit beendet den Karneval. Beginn und das Ende des Karnevals sind damit durch christliche Eckpunkte gesetzt.
Wie sie sehen können meine Damen und Herren: Karneval und Kirche sind offensichtlich unlösbar miteinander verbunden und doch bleibt das Verhältnis ambivalent. Die Kirche setzt auf den Narrenteufel der sich im Karneval ausgetobt hat und als reuiger Büßer schuldbewusst in ihre Arme zurückkehrt. Schlechtes Gewissen und Absolution festigen die Vormundschaft der Kirche.

Als sich dann aber insbesondere der niedere Klerus mit freudigem Herzen ins Narrenschiff begab und selbst Nonnenklöster dem Karneval verfielen gab es mehrfach Versuche der Kirche den Karneval zu verbieten oder doch zumindest durch zusätzliche Rituale einzugrenzen. „ Im 17. Jahrhundert führte sie deshalb das 40 Stunden dauernde ewige Gebet ein, das genau auf die Karnevalstage gelegt wurde“ Das war jedoch nicht durchzusetzen und geriet wie nicht anders zu erwarten in der Narrenszene schnell in Vergessenheit.

Aber auch die weltlichen Machthaber sahen in der zügellosen Anarchie des Karnevals, im Mummenschanz, im mehrtägigen Saufen Fressen und Huren ein gefährliches Sicherheitsrisiko . Das neunjährige Karnevalsverbot von 1795 in Köln wurde erst aufgehoben, als das betuchte Bildungs – Bürgertum dem wilden Treiben seine Vorstellung vom sauberen Karneval entgegensetzte.

Christoph Schmidt sagt hierzu: In Verachtung und Verbindung Die Kirche und der Karneval von 2021:“ Das Besitz- und Bildungsbürgertum begann, Hofstaat zu spielen und erfand sich Ämter und Uniformen“. Der Karneval wird gezähmt mit Rathaussturm der Inthronisierung von Prinz Karneval den Garden, die mit Holzgewehren den Held Karneval eskortieren und mit Kamelle Würfen, den Adel persiflieren, der herablassend dem Volk die Münzen aus der Kutsche zuwirft. Die Regimentshure wird zum Funkenmariechen, Die Büttenrede wird zur satirischen Strafpredigt von der Kanzel und in der Folge zur Persiflage des parlamentarischen Rituals. So entstand beispielsweise in Köln 1823 das Festordnende Komitee, das bis heute als Festkomitee Kölner Karneval weiterbesteht.

Leider ist das hintergründig rebellische ausschweifende des Karnevals in der Moderne nie zum Motiv der Kunst geworden. Erst recht nicht die heutige Verernstung des Karnevals, die Ritualisierung, die Vereinnahmung des Karnevals durch die, die unter dem Mantel der Traditionspflege ihre Machtstrukturen festigen. Statt wie im Mittelalter den Priester aus der Kirche zur Buße ins Hurenhaus zu treiben stehen die Karnevalisten heute stramm bei der Fahnenweihe durch den Bischof.

Da wo der Künstler Narr ist sieht er sich offensichtlich nicht in der Teufelsrolle inmitten des ausschweifenden Pöbels sondern auf der Seite des Sapiens. Er kokettiert mit Figur des Harlekins, des Artisten oder sieht sich in der Rolle des mittelaterlichen Vaganten, der den Narren spielt. Gerne wäre er natürlich Hoffnarr alimentiert vom Bürgerfürsten mit festem Salär, jederzeit bereit auch außerhalb der Rituale des Kirchenjahres das Publikum in den Narrenspiegel schauen zu lassen.

Büttenrede zur Ausstellung | ELOBA Ellen Loh-Bachmann

Karnevalissimo III – Eröffnung am 04.02.2024

Brigitte Rivera und Band! Euer Applaus
Ralf Bormann an der Gitarre
Uwe Sönnichsen am Baß
Dirk Schuwereck am Schlagzeug
Birgittre Rivera – Saxophon und Gesang

Karnevalissimo III
Da sinn mer dabei

Alaaf! Alaaf!
Ich grüße euch, ihr Närrinnen und Narren, Karnevalisten, Leverkusener und Imis, Promis, Künstler und Innen! (Ähm) Oder außen?

(Eine Imi-Innen versucht sich in Kölsch)
Schön dat Do do bes
Dat Do jetzt do bes 
Mir han uns lang schon nit mieh jesin 
Schön dat Do do bes
Kumm setz dich einfach jet zo uns hin. (Höhner)
Un drink doch eine met. (Bläck Föös)

Alaaf
Alaaf Leverkusen, danke für die Förderung
Alaaf Roswitha Arnold, Kulturausschuss-Vorsitzende (Glück gehabt, auch hier kann sie sitzen)
Evtl. Alaaf Bürgermeister Bernhard Marewski
Evtl. Alaaf Peter Rösgen, Präsident des KOK
Alaaf Thomas Loef, Geschäftsführer des KOK, Komitee Opladener Karneval

Thomas Loef brachte uns auch die Beiträge der Opladener Grundschulen zum Malwettbewerb „Wie feiert ihr“, ausgelobt vom KOK Komitee Opladener Karneval. Sie hängen an Leinen wie Karnevalswimpel und ziehen sich durch alle Räume. Sie werden juriert, prämiert und öffentlich bekanntgegeben. Wie, wo, das erzählt uns nachher Prinz Mally I.

Hat eigentlich jemand das Konfetti der Einladung ausgeschnitten und mitgebracht?

Das, liebe Gäste und Kolleg*Innen war die Begrüßung – bedient euch mal an der Bar, denn nun kommt’s dicke, nämlich über Kunst und Künstler – Innen oder Außen
Ich hoffe, ihr habt schon geschaut, damit ihr auch was versteht…

Und alle
Alaaf ihr Jecke,
zum Karnevalissimo im Künstlerbunker!
Alaaf! Alaaf! Seid ihr bereit?
Willkommen zur bekloppten Künstlerzeit!

Jetzt kommt der Zug
Nur fünf Wagen – klug
Mit Kunst bestückt
Verrückt

Menzel und Turner haben ihn gemalt
Die DB hat schon viel geprahlt
Wir machen Kunst, halten Termine
Die Bahn macht Wunst auf der Schiene

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Steigt ein, ihr Leut
in den Zug, nur heut
Ganz hinten ist das Klo

Ganz vorne der Puppenspieler aus Mexiko
-Pardon aus Georgien-
Viele Puppen hat der Mann
Schaut sie an
Auf den Brettern dieser Welt stand seine Josephine
Die Vogelscheuche nur im Garten, mit froher Mine
Alles handgemacht, Unikate, nicht von Ikea wie der Billy
Alles von Malchas Cickisvilli

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Abteil Eins ist voll, Stehplätze, keine Sitze
Aber die Künstler dort, spitze
Vornean, Uwe Miserius
Der Pressemann
Die blauweißen Altstadtfunken auf der Fotowand
Die schönsten Orden dazu am Bilderrand
Wie bei Baselitz – der Funkenbus steht Kopf
Oh, oh, das gibt Zopf
Funkenmariechen springt und der fliegende Offizier (Uwe Beenen)
flüchtet in den Wagen Nummer Vier – hier

So gibt’s mehr Platz für die Clowns im Wagen
Die haben schwer zu tragen
Leid und Kriege dieser Welt
Hinten in Gaza alles erhellt
Mo fiere bis es kracht
So viele Menschen auf beiden Seiten umgebracht
Wir brauchen einen Friedensblock
Der Nubbel ist der Sündenbock
Wenn man alle Sünden, Schandtaten einfach verbrennen könnte – schön wär‘s dann
Have a barrel of fun,
Und unter den Augen der Kirchen Klüngel life
Köln – Hai Five
Axel Weishaupt ist der Maler
Aus Leverkusen, ein Lokaler

Auf Pappwabenplatten und Holz
Malt Wolfgang Schumacher – nicht den Olaf Scholz
Nee, er malt Kostüme, eine Bluse mit Wappen
Rock, Jacke und vom Clown die Lappen
Bildinstallation mit Luftschlangen und Konfetti
Natürlich auf Kölsch, er ist Fan, total paletti

Luftschlangen rechts, Konfetti links sortiert
Klarheit, alles definiert
Der Karneval wurde aufgeräumt
Abstrakte Kunst ganz neu erträumt
Jan Willem Matthiesen mit Künstlerfeuer
Seine Bilder sind ihm teuer

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Ich sagte ja, dies Abteil ist voll
Deutschlandticket, oh toll
Wir hängen fest im ersten Wagen
Vom Lehnstuhl getragen
Sitzt als einziger ein kleiner Mann mit dickem Bauch
Mutiert zum Karnevalsbrauch
Allein durch die orange Perücke, rote Nase
Und offene Schuhe, so gibt’s keine Blase
Der Wohnzimmer-Vorhang macht die Bühne
Zwischen Alltag und Applaus, die kühne
Theresa Dohmen, ein Künstler-Omen
Karl-Karol Chrobok, der Pleinair-Maler schlechthin
In seinen Karnevalsbildern steckt die Landschaft drin
Der Wald mit Bäumen und Stützen
Wandelt sich zu Komiteemützen
Farben dominieren die Perspektive, pastös, ohne feste Kontur
Lachende Menschen, Masken, in der Natur pur

Auch Thomas Ernst fährt mit im ersten Wagen
Er stellt sich viele Fragen
Nach dem Dahinter in der Masquerade
Identitäten-Wechsel, schief und gerade
Die Dame, umgeben von hochgezogenen Nasen
In Fröhlichkeit und anderen Phasen
Lebt auch Arleecchino Ballerino
Commedia dell‘ arte, Schauplatz Venedig „amore clandestino“

Auf nach Venedig! Jedoch

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Hier steht am Tor
Reserviert für Bahn-Comfort
Michael Salge mit Zeichnungen aus Draht
Lasst uns ein Tänzchen machen, sein Zitat
Die Typen eins bis vier
Gebiss-Gesicht, Feuerspucker, Denker und Kussmund
Alles rund
Kinder, Kinder, Kinder
Auch er fährt nach Italien im Winter

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Im Gangdalang
Stefan Arend auf Publikumsfang
Mit Fotos aus dem Leben
Kann er das Leben geben
Vom Hoppeditz bis zur Kamelle und ‚ner Feier
Alles für die Presse oder weiß der Geier

Wagen drei ist nicht so voll
Aber ganz schön doll
Hier spielt die Musik – Brigitte Rivera und Band

Wer soll die bezahlen
Wer hat so viel Geld

Gegenüber die Konkurrenz
der Spielmannszug von Klaus Wolf
Angeschnittene Formen
Sind seine Bildernormen
Dem Posaunisten fehlt die Birne
Dem Beckenspieler Haar und Stirne
Dem Trommler Schulter und Kopf
So ein armer Tropf
Am Sousaphon das Mädel ohne Körper, nur kein Frust
Jetzt kommt die Lust
Freiwillige vor, je einer
Nur für den Hund, da braucht keiner

Happy birthday, lieber Klaus!
Der Zug fährt weiter, auf, zurück in euer Abteil
Weil
Die Menschenmassen
Demonstrieren gegen Hetze, Hassen
Leute, ihr seid gut
Weiter so, nur Mut
Aktuellste Menschenmassen
Losgelassen
Masken, lustige Gesichter, Arme erhoben
Sombreros, Clowns und Prinzen, alle miteinander verwoben
Unser Leben, unsere Gesellschaft ist bunt
Der beste Lebensgrund
Alaaf Klaus Tenner

Aber eine Frage habe ich noch:
Wie heißen eigentlich diese komischen rechteckigen Dinger da, die Wurfteile, früher mal Konfettii – jetzt Konecki????

Eine Bahnfahrt, die ist lustig, die ist schön
Friedel Engstenberg haben wir auch gesehn
Ein Urgestein der Kunst, unser Prinz in Eisen
Alles kann er schweißen
Seiltänzer, Trommler, tänzerisch gemacht
Vielleicht sogar in einer Nacht
Er ist ein Großer! Wir lieben ihn!

Schon wieder stand der Zug
Die DB ist gar nicht klug
Auch fährt er hin und her
Nach Italien immer mehr
Oh, Arlecchino, Handpuppe, 19. Jahrhundert
Man schaut verwundert
Hell-Dunkel, Chiaroscuro
Licht- und Schatten-Effekte, puro
Commedia dell Arte, Grundfigur des Narren, Spaßmacher
Hanswurst, derber Humor des Höllenkönigs, Lacher
Commedy aktuell das ganze Jahr
Politik ist Karneval, so wahr
Dirk Schmitt ist der Bild-Erfinder
Ich ziehe den Zylinder

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Elvis
The pelvis
„Jeck wie noch nie“
Prinz Mally vom Scheitel bis zum Knie
Wenn er nicht kommt, haben wir ihn mit Rand
Schon an der Wand
Mit Effekten aus Südamerika
Weil Eloba da mal war

Auch eine Boutique befindet sich im Zug
Eröffnet nach einem geistigen Flug
Zuerst nach Köln, dann nach Rio
Aus Luftschlangen, total Bio
Knappes Teil der Tanga, da wird’s heiß
Schal und Pudelmütze mit viel Fleiß
Kehraus – Konfetti endet auf Stoff mit Kleister
Heiderose Birkenstock-Kotalla, sie ist ein Meister (in)

Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Der Wagen am Zug-Ende
Ist gleichfalls Kunstgelände
Abstrakt mit vielfarbigen Zeichen
Stellt Rita Klein die Weichen
Für das Happening der Farben
Für den Totem Baum mit Lebensnarben
Schwungvolle Linien, freie Form
Zahlreiche Facetten, Vielfalt ohne Norm
Im Auge die Bilder flirren
Just for fun painting, keiner wird sich irren
Dat is Karneval!

Italien ist erneut das Ziel
Für Mythologie und Legenden mit viel Stil
Unterdrucke, Überdrucke, Zeichnung, Malerei
In diesen Bildern ist alles dabei
Fein zusammengesetzt die Elemente
Norbert Küpper, Maler und Musiker, viele Talente

Auch Ursula Knorr kombiniert ganz frei
Collagen, Stempeldruck, pastöse Malerei
Abgekämpfte Jecken in jeder Lage
Tristesse, das Ende der verrückten Tage

Man glaubt nicht, was der Mensch auf Erden
So anstellt um berühmt zu werden
Oft trifft man wen, der Bilder malt
Viel seltener wen, der sie bezahlt

(Gesummt)
Wer soll das bezahlen
Wer hat so viel Geld

Der Zug kommt nun zum Ende
Kunst und Karneval, das spricht Bände
Endstation ist Basel in der Schweiz
Das hat seinen Reiz
Am Montag nach Aschermittwoch um vier
Beginnt der „Morgenstraich“ mit Vorwärts, marsch hier
Dauert 72 Stunden
Helga Santel hat dies Thema für sich gefunden
Nach dem Zug zerstreut man sich in Kneipen
Isst mittelalterliche Morgensuppe, aber ohne skypen

Apropos –
Wir haben heute für sie gekocht, vier aus der Truppe
Linsen-, Erbsen-, Bohnen- und Gulaschsuppe
Genießt den Tag
Jeder wie er mag

Alaaf Leverkusen!
Alaaf Künstler!
Alaaf Alle!

Es war mir eine Ehre!

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